Handwerk

 

„Es ist so angenehm zugleich die Natur und sich selbst zu erforschen, weder ihr noch dem eigenen Geist Gewalt anzutun, sondern beide in sanfter Wechselwirkung miteinander ins Gleichgewicht zu bringen.“ J.W.Goethe

 

Naturerfahrungen, erleben in der Natur bringt uns Menschen, die wir im Alltag oft gehetzt und am Rande unserer Kräfte sind, zu innerer Ruhe, Gelassenheit, zu uns selbst.

 

In der Natur finden wir ein Erlebensfeld, dass uns in unserem Lebendigsein anspricht. Ähnlich wie die Wirkung von Musik, Tanz und Bewegung, Malerei und künstlerisches Gestalten oder Schreiben und Dichten, stellt sich uns die Natur als Medium zur Verfügung, mit dem wir in einen anderen Seinsmodus finden können. In der Natur treten wir in Kontakt mit den natürlichen Lebensprozessen der Pflanzen- und Tierwelt, der ständige Wandel von Werden, Sein und Vergehen berührt uns in unseren Urzuständen: wir begegnen unserer eigenen Natur. Unsere Sinne werden angesprochen, die lebendige Welt draußen wirkt auf unsere Empfindungs- und Gefühlswelt.

  Menschen gehen aus den unterschiedlichsten Gründen in die Natur. Wir gehen als Teilhabende, nicht als Beobachter, Lehrer oder Lernende. Im erlebenden Seinsmodus werden wir angesprochen, gar angerührt von Stimmungen. So werden wir still, wenn wir uns in einem stillen Wald aufhalten. Wir erfahren Resonanz in uns selbst, spüren den Widerhall in uns.

 Im unmittelbaren Erleben geht es nicht um Leistung und Gegenleistung. Wir erleben Natur als Gabe. Sie steht uns nicht gegenüber, ist kein Instrument für uns. Achtsam und empfänglich spüren wir uns als Teil der Natur.

 In gemächlichem Tempo, "Schritt für Schritt", ganz in der Gegenwart ändert sich die Wahrnehmung und das Zeitempfinden. Wenn wir keine Aufgaben zu erfüllen haben, kindlich-spielerisch oder geerdet und eingebunden unterwegs sein dürfen, verändert sich unsere Haltung, unsere Verfassung. Eine weite Landschaft läßt uns frei und weit werden, ein plätschernder Bach gibt uns das Gefühl selber fließend zu sein, eine grüne Wiese regt uns zu "sprießen und blühen" an. Vieles vollzieht sich im Stillen, wenn wir diesem Erleben Raum geben.

 Diese Stimmungen und das Empfinden dafür stärken und regenerieren uns. Wir können aus unserem Alltagsmodus aussteigen, eigene Impulse erkunden, zur Ruhe kommen, die Fülle des Lebens erkennen, innerlich frei werden. Die freie Natur entspricht uns.

 Zentralen Stellenwert hat das Draußensein und das Gespräch. Im dialogischen Miteinander erkunden wir diese Erfahrungen, würdigen diese eigenen Entdeckungen. Da gibt es kein richtig oder falsch.

 

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